NS-Propandaplanung: Das Kameradschaftshaus
Der Beginn der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin jährt sich in diesem Jahr zum 75.Mal. Zahlreiche Bücher, Artikel oder Filme beschreiben den Verlauf der NS-Propagandaspiele und ihre gigantischen Bauten in Berlin und Umgebung. An diesen Olympischen Spielen nahmen vor 75 Jahren auch Leverkusener Sportler teil. Die Spuren eines gigantischen NS-Sportprojekts in Leverkusen sind jedoch nahezu in Vergessenheit geraten.
Der Grundstein für dieses gigantische Bauvorhaben wurde am 1. August 1938 gelegt – zum 75jährigen Bestehen der Bayer AG, damals “Werk Leverkusen” in der “Betriebsgemeinschaft Niederrhein der IG Farbenindustrie AG”. An diesem Tag legte Robert Ley, NSDAP-Reichsorganisationsleiter, den Grundstein für eine Kameradschaftshaus. Es sollte auf dem Gelände des heutigen Bayer-LKW-Hofs (Carl-Duisberg_Straße/Friedrich-Ebert-Straße) gebaut werden. Darüber hinaus plante der Architekt Lüttgen einen Aufmarschplatz, ein Betriebsstadion mit Fußballplatz und 400-Meter-Laufbahn, Tribünen und einen Hauptsaal mit 4.000 Sitzplätzen oder 9.000 bis 10.000 Stehplätzen. Die Pläne wurden nie realisiert. An die Oympischen Spiele 1936 erinnert heute nur noch ein Gedenkstein mit den olympischen Ringen am Schickhaus in Leverkusen-Wiesdorf.
Quelle: Stadtarchiv Leverkusen (Hg.): Groß geplant – nie gebaut. Ausstellung vom 24. März bis 28. Juli 2002.
Foto: Wikicommons I Olympiastadion 1936 I Josef Jindřich Šechtl